Ein Wechselbad der Gefühle

Diesen Sonntag begab sich der American Football Club St. Gallen Bears nach Lugano zum Spitzenspiel der Liga C. Obwohl die Ostschweizer das Hinspiel gegen die Luganesi gewannen, erwartete man ein noch härteres Spiel im Tessin. Diese Erwartung wurde auch bestätigt und es entwickelte sich ein hart umkämpftes Spiel mit dem besseren Ausgang für die St. Galler. Nach Rückstand zur Halbzeit erarbeiteten sich die Bears einen hart verdienten Sieg und bleiben damit weiterhin ungeschlagen.

Die Spannung konnte man bei den Bears förmlich mit den Händen greifen. Bisher mussten die Bären noch bei keinem Playoff-Topfavoriten als Gast anreisen. Dieses Wochenende war es nun so weit, die Ostschweizer massen sich ein zweites Mal mit den Rebels aus Lugano. Die St. Galler wussten dabei im Voraus, dass die Rebellen mehr als gewillt waren, sich für die Hinspielniederlage zu rehabilitieren. So begann auch das Spiel. Die Rebels schienen aggressiver und gewillter, den Sieg einzufahren. Die St. Galler andererseits hatten Mühe, im Spiel zu bleiben. So gingen die Tessiner schon früh mit 6:0 in Führung.

Defense mit wichtigen Turnovers

Die Offense kam durch viele Strafen nicht so wirklich in Fahrt und die Defense musste mehr Meter aufgeben, als sie das gewohnt war. Jedoch blitze die Defense der Bears mal um mal mit entscheidenden Ballwechseln auf und sorge dafür, dass das Resultat weiterhin knapp blieb. Im zweiten Viertel nutze die Offense der Ostschweizer einen der Ballwechsel und verwertete durch einen grandiosen Lauf von Runningback Nicola Ruckstuhl den Ballbesitz zum ersten Touchdown und zum 6:6. Jedoch schien die Euphorie überhand zu nehmen, denn die Bears liessen gleich beim darauffolgenden Kick einen Return über das ganze Spielfeld zu. Ein Genickbruch für die Ostschweizer, wie es zu der Zeit schien. Mit dem Resultat von 12-6 ging das Spiel auch in die Halbzeit.

Riesen Moral der Bears in der zweiten Halbzeit

In dieser Saison waren die Ostschweizer bisher noch nie im Rückstand. Deshalb war es interessant zu sehen, wie sie darauf reagierten. Die Coaches mahnten in der Halbzeit, dass sich Gewinner von solchen Zwischenständen nicht unterbringen liessen und dass sie weiterkämpfen würden. Das Team schien die Worte zu Herzen genommen zu haben. Die Defense liess während der gesamten zweiten Halbzeit keinen einzigen Punkt mehr zu, während die Offense Meter um Meter hart erkämpfte. Wenn man so hart kämpft, dann komme das Gute von selbst; lautet eine Binsenwahrheit im Football. So kam es dann auch. Nicola Rockstuhl lief ein zweites Mal in die Endzone mit einem famosen Lauf. Nun stand es unentschieden und der weitere Verlauf war völlig offen.

Viele Emotionen zum Schluss des Spiels

„Ich habe vollstes Vertrauen, dass die Defense uns den Ball nochmals zurückholt!“ waren die Worte vom Offensive Line Coach danach und er sollte damit Recht behalten. Die Luganesi verloren den Ball, welchen die Defense sichern konnte. Damit startete die Offense der Ostschweizer in einer ausgezeichneten Feldposition. Die Offense dankte es der Defense, indem sie gleich den Touchdown zum 19-12 realisierte. Überraschenderweise war nicht ein Running Back für den Touchdown besorgt, sondern ein etatmässiger Blocker. Mit einem Trick-Play trug Mike Mahmutovic den Ball in die Endzone. Im Allgemeinen war es ein sehr erfolgreicher Tag für die Familie Mahmutovic. Mike und Denis, sein Sohn, welcher zwei gegnerische Pässe abfing, wurden zusammen zum MVP der Partie gewählt. Das Resultat blieb bis zum Schluss gleich und die Bears bewiesen, dass sie auch eine Partie, die in allen Belangen gegen sie zu laufen schien, für sich gewinnen können.